Freiwillige Einsätze


Als Freiwillige oder Freiwilliger in einem Projekt im Ausland mitzuarbeiten ist eine tolle Sache. Die Angebote reichen dabei von der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, über Denkmalpflege, Mithilfe bei Bauprojekten bis hin zu Umweltschutz und Tierschutz. Die Dauer der Einsätze hängt von den Projekten und Vermittlungsstellen ab. Kurzeinsätze können oft schon ab einer Woche gemacht werden.
Welcher Freiwilligen Einsatz für dich in Frage kommt musst du für dich selbst entscheiden. Wir haben für dich die wichtigsten Punkte zusammengefasst.


Bunte Weltkarte

Hände, die ineinander greifen und sich berühren.

Freiwillig Arbeiten im Ausland - Langzeiteinsatz

Je nach Projekt dauert ein Freiwilligeneinsatz zwischen drei und zwölf Monaten. Als Freiwillige oder Freiwilliger setzt du deine Zeit und dein Engagement ein, ohne dafür eine finanzielle Entlohnung zu bekommen. Allerdings wird dir, in den meisten Fällen, Unterkunft und Verpflegung als Gegenleistung zur Verfügung gestellt.

 

Voraussetzungen

Die Bedingungen, die du erfüllen musst sind von Vermittlungsstelle, Land und Projekt abhängig.
Gewisse Voraussetzungen sind aber bei vielen Einsätzen gleich.

  • Alter
    Für Langzeitprojekte liegt die Altersgrenze meistens bei 18 Jahren. In seltenen Fällen gibt es Projekte, die man auch schon machen kann, wenn man noch nicht volljährig ist.
  • Sprache
    Neben der englischen Sprache werden zum Teil auch Grundkenntnisse in der Landessprache gefordert.
  • Vorkenntnisse
    bei bestimmten Projekten werden bereits gesammelte Auslandserfahrungen oder eine passende Ausbildung vorausgesetzt.
  • Persönliche Einstellung
    Du solltest selbstständig, flexibel, verantwortungsvoll und teamfähig sein. Weitere Voraussetzungen sind Offenheit und Interesse für neue Kulturen. Manche Projekte setzen körperliche und geistige Gesundheit voraus. Es gibt aber auch inklusive Projekte für Menschen mit Beeinträchtigungen.
  • Einfache Lebensweise
    Viele Projekte sind in Ländern angesiedelt, in denen die Lebensumstände sehr einfach sind. Du solltest dir darüber im klaren sein und keine Probleme damit haben, dein Zimmer mit anderen Freiwilligen zu teilen, im Freien zu duschen oder vier mal die Woche Reis zu essen.
  • Vorbereitungskurse
    Bei vielen Vermittlungsstellen ist die Teilnahme an Vorbereitungskursen und Nachbereitungskursen verpflichtend. In manchen Fällen werden auch Zwischenberichte von den teilnehmenden Personen gefordert.

 

Suche nach einem Freiwilligenprojekt

Selbstständige Suche
Wenn du ohne Vermittlungsstelle nach einem Projekt suchen möchtest kannst du dafür verschiedene Onlinebörsen verwenden. In unserem Infoblatt "Freiwilligen Plattformen" findest du Links zu verschiedenen Anbietern.

Über die Plattformen wird nur der Kontakt zwischen Gastgebern (Hosts) und Freiwilligen hergestellt. Für die Organisation deiner Reise, Versicherungen, Visa und falls nötig Arbeitsgenehmigungen bist du selbst verantwortlich.
Sollte es mit deinen Hosts Probleme geben musst du diese meist selbst lösen. Es gibt nur einzelne Plattformen, die Hilfestellung bei Schwierigkeiten anbieten.

Suche mit Hilfe einer Vermittlungsstelle
Entscheidest du dich dafür deinen Freiwilligeneinsatz mit einer Vermittlungstelle zu planen, ist natürlich die erste Frage, wie du eine Vermittlungsstelle findest und für welche du dich entscheiden sollst. Es gibt verschiedene Arten von Vermittlungstellen. Welche Stelle, welches Projekt am besten zu dir passt hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Auswahl einer Vermittlungsstelle oder eines Projekts
Auf folgende Punkte solltest du achten:

  • Welche Ziele verfolgt das Projekt, die Organisation, der Verein oder die Agentur?
  • Welche Werte vertritt die Vermittlungsstelle? Stimmen diese mit deinen eigenen Vorstellungen überein?
  • Was sind die Aufgaben der Freiwilligen im Projekt?
  • Gibt es ehemalige Freiwillige, mit denen du Kontakt aufnehmen kannst?
  • Hat das Projekt einen weltanschaulichen oder religiösen Hintergrund? Kannst du diesen vertreten?
  • Ist das Projekt gemeinnützig oder gewinnorientiert?
  • Gibt es ein Büro in Österreich? Wer sind deine Ansprechpersonen?
  • Wie wirst du auf deinen Einsatz vorbereitet?
  • Wird auf der Website schon klar wofür du bezahlst?
  • Wie viel kostet der Einsatz und welche Leistungen sind im Angebot enthalten?


Eine Auflistung von Vermittlungsstellen findest du in unserem Infoblatt "Weltweite Freiwilligeneinsätze"

 

Kosten

Ein Auslandsaufenthalt ist immer auch mit gewissen Kosten verbunden. Auch wenn du freiwillig in einem Projekt mithilfst ist dein Aufenthalt nicht kostenlos. Planst du deinen Freiwilligeneinsatz über eine Vermittlungstelle musst du meist für die Abwicklung eine Gebühr bezahlen. Du wirst dafür aber während der Organisation und zum Teil auch während deiner Zeit im Ausland unterstützt.

Da die Kosten je nach Land, Aufenthaltsdauer, Projekt und Vermittlungstelle sehr unterschiedlich sind haben wir für dich eine allgemeine Übersicht zusammengestellt, welche Kosten auf dich zukommen können.

Einmalige Kosten

  • Vermittlung durch Agentur/ Organisation
  • Reisekosten
  • Reise- und Stornoversicherung
  • Strafregisterbescheinigung
  • Weiterbildung (z.B. Sprachkurs)
  • Visum (außerhalb der EU)
  • Aufenthaltsgenehmigung (außerhalb der EU)
  • Impfungen
  • Gesundenuntersuchung
  • Internationaler Führerschein (außerhalb der EU)


Laufende Kosten

  • Wohnung/ Unterkunft
  • Verpflegung
  • Freizeitaktivitäten
  • Transportmittel im Land
  • Auslandsversicherung
  • Telefongebühren oder Handyvertrag
  • Fortlaufende Kosten zu Hause (zum Beispiel Miete, Handyvertrag, Versicherungen, Auto)

zum Seitenanfang

Infoblätter

Weltweite Freiwilligeneinsätze: Hier findest du eine Sammlung an Organisationen, Vereinen und Agenturen, mit Sitz oder einem Büro in Österreich, die Freiwilligeneinsätze vermitteln.

Freiwilligen-Plattformen: In diesem Infoblatt sind verschiedene online Plattformen für die selbstständige Suche aufgelistet.


Gemalt Männchen in bunten Farben, die nebeneinander stehen

Auslandsdienst - Zivildienstersatz im Ausland

Du hast die Möglichkeit einen Auslandsdienst als Ersatz für den Zivildienst zu leisten. Es gibt verschiedene Optionen, wie du deinen Dienst im Ausland machen kannst:

Gedenkdienst - Tätigkeit in einer Einrichtung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus (z.B. Holocaustgedenkstätten)

Friedensdienst - Tätigkeit, die der Erreichung oder Sicherung des Friedens im Zusammenhang mit bewaffneten Konflikten dient (z.B. Hiroshima FriedensKulturstiftung in Japan)

Sozialdienst - Tätigkeit, die der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung eines Landes dient (z.B. Straßenkinder-Projekte)

Entwicklungshilfedienst - Mitarbeit an der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in einem Entwicklungsland (z.B. als Maurer). Berufserfahrung wird im jeweiligen Arbeitsbereich vorausgesetzt.

Der Gedenk-, Friedens- und Sozialdienst dauert mindestens 10 Monate, der Entwicklungshilfedienst 2 Jahre.

Anlaufstelle

Zivildienstserviceagentur
Informationen und Voraussetzungen zum Zivildienstersatz im Inland und Ausland

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
Abteilung V/A/6, Freiwilligenpolitik

Gedenk-, Friedens- oder Sozialdienst im Ausland
Mag. Wolfgang Gschliffner
Tel: 01 711 00-866 398
E-Mail: wolfgang [dot] gschliffner [at] sozialministerium [dot] at
Web: www.zivildienst.gv.at
         Trägerorganisationen Gedenkdienst, Friedens- oder Sozialdienst im Ausland

 

Infoblätter

Weltweite Freiwilligeneinsätze: Anerkannte Trägerorganisation für den Auslandsdienst als Ersatz für den Zivildienst sind mit einem * gekennzeichnet.

Freiwilligendienst im In- und Ausland: In diesem Infoblatt der Österreichischen Zivildienstserviceagentur sind die wichtigsten Informationen noch einmal zusammengefasst.

zum Seitenanfang


Grüner Pfeil mit weißer Umrandung. In dem Pfeil steht Tipps und Tricks

Faire Freiwilligenarbeit und Voluntourismus

Sich für einen längeren Zeitraum freiwillig für Andere einzusetzen und in einem fremden Land etwas Gutes bewirken zu wollen, ist eine ganz besondere Erfahrung.

Du erweiterst deinen eigenen Horizont und bekommst einen tiefen Einblick in die Kultur und das Leben der Menschen, mit denen du lebst und arbeitest.

Bevor du aber mit deiner Suche nach einem Projekt beginnst, solltest du dir ein paar Gedanken machen!

4 Fragen, die du dir stellen solltest

  1. Würdest du im Ausland arbeiten, wenn du keine Kamera dabei hättest?
    Was sind deine Gründe, ins Ausland zu gehen? Möchtest du wirklich helfen oder geht es mehr darum selber gut da zu stehen und ein tolles Foto auf Facebook oder Instergram zu posten?
    Machst du es, weil du mit deiner Zeit etwas Sinnvolles anfangen möchtest oder weil es sich gut in deinem Lebenslauf macht?

    Achte auch darauf, dass du keinen "Retterkomplex" bekommst. Zu glauben, als freiwillige Helferin oder als freiwilliger Helfer in ein fremdes Land zu kommen und die Menschen aus ihrem Elend zu retten, ist sehr herablassend. Du vermittelst dadurch den Menschen vor Ort, dass sie ohne dich vollkommen hilflos wären.
     
  2. Habt ihr, deine Agentur und du, die gleichen Wertvorstellungen?
    Auch wenn du selbst die besten Absichten hegst: es ist wichtig, dass die Agentur, die du dir aussuchst, die gleichen Werte vertritt wie du.
    Es gibt Organisationen, die wirklich am Wohlergehen der Menschen in ihren Projekten interessiert sind. Manche Anbieter verdienen allerdings ihr Geld mit der Armut Anderer. Daher ist es dein gutes Recht, dir die Organisationen genau anzuschauen und auch nachzufragen, welche Absichten und Ziele sie haben. Erst wenn du dir sicher bist, dass die Organisation in deinem Sinne handelt, solltest du mit ihr zusammen arbeiten.
     
  3. Bringst du mehr Schaden als Nutzen?
    Stell dir immer die Frage: Nützt mir selbst der Aufenthalt mehr als den Menschen vor Ort? So ist es zum Beispiel für Kinder in einem Waisenhaus wichtig, stabile und langfristige Beziehungen eingehen zu können. Schulkinder brauchen Lehrpersonal mit guten Sprachkenntissen sowohl der Unterrichtssprache als auch der Muttersprache. Nur so kann ein erfolgreicher Unterricht gewährleistet werden.
     
  4. Würdest du dir selbst zutrauen, die gleiche Arbeit in deinem eigenen Land zu machen?
    Die Arbeit als Freiwillige oder Freiwilliger sollte nicht nur deinen Wünschen sondern auch deinem Können entsprechen. Viele Freiwilligenprojekte gibt es im Bereich Gebäude-, oder Brunnenbau. Wenn du aber keine Ahnung davon hast und noch dazu zwei linke Hände, würdest du dann in Österreich eine Schule für Kinder bauen?
    Mach dir also bewusst, welche Fähigkeiten du hast und suche dir Projekte, in denen du diese auch einbringen kannst!


Wenn du noch mehr über verantwortungsvolle Freiwilligenarbeit erfahren möchtest, dann schau dir unseren Berichtüber den Blog "Deeper Travel" an oder besuche die Website von WeltWegWeiser.

zum Seitenanfang


Viele Menschen auf einem Berg vor dem Sonnenuntergang

Workcamps - Kurzzeiteinsatz

Workcamps sind kurze, freiwillige Arbeitseinsätze, die auf der ganzen Welt stattfinden. Sie dauern meistens zwei bis vier Wochen, manche auch länger.
Du engagierst dich freiwillig und triffst junge Menschen aus verschiedenen Ländern. Ihr arbeitet gemeinsam an einem Projekt oder in einer gemeinnützigen Einrichtung. Die Campsprache ist meistens Englisch, in manchen Ländern auch Französisch oder Spanisch.
Die „Hauptsaison“ ist im Juli und August, es gibt aber auch Angebote das ganze Jahr über.

Camps von A-Z

Von "A" wie "AIDS- Hilfe" bis "Z"  wie "Mitarbeit auf einer Ziegenfarm". Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Workcamps. Die Angebote sind sehr unterschiedlich und können in den Bereichen Soziales & Pädagogik, Gesundheit, Politik & Religion, Bau, Wiederaufbau & Instandhaltung, Umwelt- & Naturschutz, Landwirtschaft oder Kultur liegen.

Suche nach einem Workcamp

Um als freiwillige Helferin oder als freiwilliger Helfer in einem Workcamp mitarbeiten zu können, ist meist die Organisation über eine Vermittlungsstelle notwendig.

Im Vorfeld solltest du dir überlegen, in welches Land du gehen möchtest und welcher Bereich dich interessiert. Starte früh genug mit der Suche, denn die Plätze sind begrenzt.

Vergleiche bei der Auswahl einer Vermittlungsstelle die Preise und die darin enthaltenen Leistungen. Lies dir Bewertungen zu den jeweiligen Anbietern von Workcamps durch und wenn möglich, nimm Kontakt mit Personen auf, die bereits an einem Workcamp teilgenommen haben.

zum Seitenanfang

Infoblatt

Organisationen oder Agenturen welche Workcamps anbieten haben wir für dich aufgelistet.


Junge Leute mit bemalten Gesichtern lachen in die Kamera.

ESK-Freiwiliggendienst und Jugendbegegnungen

Das InfoEck – Regionalstelle Tirol informiert und berät zu den zwei EU-Jugendprogrammen Erasmus+ Jugend und Europäisches Solidaritätskorps (ESK). Nähere Informationen zu den EU-Jugendprogrammen und welche verschiedenen Angebote es für Jugendliche, junge Erwachsene oder Personen aus der Jugendarbeit gibt, findest du unter dem Punkt "EU-Förderprogramme und Aktionen".
 

ESK-Freiwilligendienst

Der ESK-Freiwilligendienst wird von der EU-Initiative „Europäisches Solidaritätskorps (ESK)“ finanziert. Der ESK-Freiwilligendienst ermöglicht es jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, bei einem gemeinnützigen Projekt im Ausland (unter bestimmten Umständen auch im Inland) freiwillig mitzuarbeiten. Während dem ESK-Freiwilligendienst engagierst du dich in einer Organisation im Sozial-, Kultur-, Kunst-, Medien-, Freizeit-, Sport- oder Umweltbereich in einem anderen Land. Du arbeitest zwischen 30 und 38 Stunden pro Woche in der Organisation mit, lernst die Tätigkeiten und Leute kennen, beteiligst dich an der täglichen Arbeit und kannst deine eigenen Ideen einbringen.

 

Jugendbegegnung

Jugendbegegnungen sind Austauschprojekte, bei denen sich junge Menschen zwischen 13 und 30 Jahren aus verschiedenen Ländern treffen. Sie verbringen gemeinsam eine bis drei Wochen und setzen sich mit einem bestimmten Thema (Umwelt, Kunst, Politik, Sport, Rassismus, ...) auseinander.

zum Seitenanfang


Links und Anlaufstellen

Deeper Travel - Blog rund um das Thema Faire Freiwilligenarbeit.
Eurodesk Opportunity Finder - Verschiedenste Freiwilligeneinsätze aber auch Auslandsmöglichkeiten in den Bereichen Lernen und Praktikum sowie Fördermöglichkeiten und Mitmach-Optionen.
Freiwillig - Ich bin dabei! - Website des Bundesministeriums zu Freiwilligenarbeit im Inland und Ausland.
Jugendportal - Im Österreichische Jugendportal findest du ebenfalls Informationen zu Freiwilligenengagement im Ausland.
WeltWegWeiser - Anlaufstelle für Personen die gerne eine Zeit lang im Ausland freiwillig Tätig sein wollen.